Was ist ein Bildungskredit?

Ein Bildungskredit ist eine Form der Studienfinanzierung für Studenten/innen und Schüler/innen, der unabhängig von einem BAföG-Darlehen durch das Bundesverwaltungsamt (BVA) gewährt wird. Auch wenn an staatlichen Hochschulen hierzulande keine Studiengebühren anfallen, ist das Studium eine teure Angelegenheit. Auf Studenten kommen ein hochschulabhängiger Semesterbeitrag und die Ausgaben für Lernmaterialien und die normalen Lebenshaltungskosten zu. Hohe Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Freizeit von bis zu 800 Euro pro Monat stellen viele Studenten vor erhebliche finanzielle Probleme, die neben dem Studium einen Job erfordern. Die Folge sind mitunter eine lange Studiendauer oder der Abbruch eines Studiums. Bildungskredite sollen finanzielle Ängste während des Studiums verhindern und den Studienabschluss ermöglichen.

Bildungskredit – wesentliche Merkmale auf einen Blick:

  • Kreditbetrag von 1.000 Euro bis 7.200 Euro wählbar
  • Monatliche Auszahlungen ab 100 Euro, 200 Euro, 300 Euro
  • Einmalzahlung von 3.600 Euro möglich
  • effekt. Zinssatz unter einem Prozent dank Bürgschaft durch Bundesgarantie
  • einfache Antragstellung online beim Bundesverwaltungsamt
  • Kreditdauer maximal 24 Monate
  • Beginn der Rückzahlung: 4 Jahre nach der ersten Auszahlung, Mindestrate 120 Euro
  • Kündigung bzw. Rückzahlung jederzeit kostenfrei möglich
  • Bildungskredit nur bei BAföG-förderungsfähigen Ausbildungen
  • Freie Verwendung, einkommensunabhängige Gewährung
  • Alter Antragsteller: 18 bis 36 Jahre
  • Förderungsfähig sind Zweitausbildungen, Zweitstudiengänge, Aufbau- und Ergänzungsstudiengänge

Welches Ziel hat ein Bildungskredit?

Finanzielle Schwierigkeiten sind häufig die Ursache für eine lange Studiendauer oder einen Studienabbruch. Mit dem Bildungskredit ist es möglich, das Studium bzw. die Ausbildung zu beschleunigen und Kosten abseits der BAföG Förderung aufzufangen. Der Kredit ist zusätzlich zum regulären BAföG erhältlich. Studierende verfügen selten über ausreichende Sicherheiten, sodass mit der Ablehnung bei einer Kreditbeantragung rechnen müssen.

Das Bil­dungs­kre­dit­pro­gramm der Bun­des­re­gie­rung

Das Bil­dungs­kre­dit­pro­gramm der Bun­des­re­gie­rung wurde mit dem Ziel geschaffen, Studierenden und Schü­ler/in­nen in fort­ge­schrit­te­nen Studien- bzw. Aus­bil­dungs­pha­sen ei­ne ge­ziel­te fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung ein­zuräu­men. Gewährt wird ei­n ein­fa­cher und zins­güns­ti­ger Kre­dit, der über das Internet beim Bundesverwaltungsamt (BVA) beantragt werden kann. Der Bildungskredit zeichnet sich durch Fle­xi­bilität aus, sodass in­di­vi­du­el­le Be­dürf­nis­se der Kre­dit­neh­me­r/in­nen angemessen berücksichtigt werden.

Beim Bildungskredit der Bundesregierung sichert eine Ausfallbürgschaft (Bundesgarantie) den Antragsteller ausreichend ab. Die Bundesgarantie sorgt dafür, dass der Kredit so zinsgünstig ist. Im Ge­gen­satz zur För­de­rung nach dem BAföG-Gesetz ist die Vergabe eines Bil­dungs­kre­dites nicht ei­ge­ne Ein­kom­men und Ver­mö­gen gebunden. Er wird ebenso unabhängig von den finanziellen Mitteln der El­tern, der Ehepartner oder ­Le­ben­s­part­ne­r gewährt. Wichtig hierbei ist, dass die gleichen Ausbildungen wie nach BAFöG durch den Bildungskredit förderfähig sind. Anders als beim BAFög besteht beim Bildungskredit aufgrund der Budgetierung des Kreditprogramms kein Rechtsanspruch.

Vorteile des Bildungskredites

Die Vorteile des Bildungskredites sind vielfältig. Der wichtigste ist sicherlich der sehr günstige Zinssatz. Dank der Bundesgarantie beträgt der effektive Jahreszins 0,87 Prozent (Stand 04/2016). Die Kre­dit­summe ist ab 1.000 Eu­ro bis zu 7.200 Eu­ro wählbar. Die Auszahlung erfolgt in Raten, wobei bis zu 24 Mo­nats­ra­ten ab 100 Eu­ro bis 300 Eu­ro wählbar sind. Eine einmalige Sofortzahlung von bis zu 3.600 Eu­ro ist für aus­bil­dungs­be­zo­ge­ne Auf­wen­dun­gen erhältlich. Die Rückzahlung ist jederzeit teilweise oder vollständig möglich. Der Bildungskredit ist frei verwendbar und neben einem BAFög erhältlich.

Voraussetzungen für einen Bildungskredit

Der Bildungskredit ist eine spezielle Form der Studienfinanzierung, da er bei Antragstellung eine laufende Ausbildung voraussetzt. Studenten müssen in einer fortgeschrittenen Studienphase sein, wollen sie einen Bildungskredit beantragen. Mit fortgeschritten ist gemeint, dass mindestens die Zwischenprüfung des Studiengangs abgeschlossen wurde oder der Antragsteller ein Master- bzw. Magisterstudium oder ein postgraduales Diplomstudium absolviert. Finanzierbar ist ebenso ein Aufbau-, Ergänzungs- oder Zusatzstudium. Beim Bachelor-Studium ist lediglich ein Nachweis der Hochschule vorzulegen, dass das erste Ausbildungsjahr mit allen Leistungsnachweisen erfolgreich abgeschlossen wurde. Fallen bei der Ausbildung keine Zwischenprüfungen an, muss der Antragsteller bei seiner Ausbildungsstätte einen Leistungsnachweis für die ersten beiden Jahre anfertigen lassen.

Hinweise zur Antragstellung

Antragsteller müssen bei Beantragung des Bildungskredites das 18. Lebensjahr vollendet und das 36. Lebensjahr nicht vollendet haben. Vorgesehen ist der Bildungskredit für deutsche Bürger im Sinne des Grundgesetzes. Unter bestimmten Bedingungen wie Wohnsitz in Deutschland oder anerkannter Flüchtling können Ausländer Kredit ebenfalls beantragen.

Der Bildungskredit wird beim Bundesverwaltungsamt in 50728 Köln beantragt. Das kann in schriftlicher Form oder per online Antrag Bildungskredit erfolgen. Bei Vorliegen der nötigen Voraussetzungen schickt das Bundesverwaltungsamt dem Antragsteller einen Bewilligungsbescheid, inklusive Kreditangebot. Der Bewilligungsbescheid berechtigt den Antragsteller einen Vertrag über einen Bildungskredit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abzuschließen. Das Kreditangebot muss innerhalb von einem Monat unterzeichnet werden. Die Dauer der Bearbeitung des Antrages kann zwischen zwei bis fünf Wochen betragen. Daher ist eine rechtzeitige Antragstellung zu empfehlen.

Beim Bundesverwaltungsamt gibt es für Rückfragen eine Bildungskredit Hotline:

  • Telefon: 022899 358-4492
  • Telefax: 022899 358-4850
  • Email: bildungskredit@bva.bund.de

Bildungskredite der Banken

Neben dem Bildungskredit der Bundesregierung können Studenten und Auszubildende eine Studienfinanzierung bei Banken oder speziellen Institutionen wie Studentenwerken erhalten. Auch Sparkassen gehören zu den Anbietern. Im Gegensatz zum limitierten Bildungskredit der Bundesregierung ist ein hoher Nettodarlehensbetrag von bis zu 25.000 Euro (DKB Bank bis 39.000 Euro) bei einer Laufzeit von bis zu sechs Jahren möglich. Die Auszahlung kann pro Monat bis 650 Euro betragen. Rückzahlungsbeginn ist spätestens zwei Jahre nach Studienabschluss. Der Zinssatz ist variabel und an die marktüblichen effektiven Zinsen gebunden.

Staatliche Anbieter führend bei Studienfinanzierung

Trotz der Vielzahl der Studienkreditangebote in Deutschland bevorzugen Studierende für einen Vertragsabschluss die KFW-Bank (KfW-Studienkredit) und das Bundesverwaltungsamt (Bildungskredit). 2013 wurden laut CHE-Studienkredit-Test fast 60.000 Verträge abgeschlossen. Davon gingen mehr als 92 Prozent auf das Konto der beiden staatlichen Anbieter. Der CHE-Studienkredit-Test 2016 weist für Vertragsabschlüsse 2015 sogar einen Anteil von 94 Prozent aus. Die Kreditkosten sind dank effektiver Zinsen von unter einem Prozent einfach unschlagbar günstig.

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