Gold kaufen: Wie sinnvoll ist es in Gold zu investieren?

Gold kaufen

Der Goldpreis kommt, wie das auch bei jeder anderen Handelsware der Fall ist, über Angebot wie Nachfrage zustande. Doch was macht das physische Gold so besonders? Es handelt sich um einen natürlichen Rohstoff, sodass das Angebot nicht beliebig ausgedehnt werden kann. Kommt es also zu einer verstärkten Nachfrage, so können die Goldproduzenten nur versuchen mittels Recycling das Angebot kurzfristig zu erhöhen. Führt diese Maßnahme nicht zum gewünschten Erfolg, so steigt der Goldpreis an.

Blickt man auf die letzten vier Jahrzehnte zurück, so wird man feststellen, dass es immer wieder starke Preisschwankungen gegeben hat. Immer dann, wenn unsichere Zeiten befürchtet wurden bzw. Krisen entstanden sind, stieg in weiterer Folge auch der Goldpreis. So wurden 1979 (zweite Ölkrise), 1983 („Kalter Krieg“) und 2010 (Weltwirtschaftskrise) Höchstpreise erzielt.

Nun ist der Goldpreis abermals gestiegen. Das Corona-Virus, das Europa Anfang März in Angst und Schrecken versetzt hat, trieb den Goldpreis auf fast 1.700 US Dollar – der höchste Stand seit dem Jahr 2013.

Sollte man also sein Geld jetzt in Gold investieren? Fakt ist: Nur dann, wenn man sich klar ist, was ein Goldinvestment tatsächlich bedeutet, ist es sinnvoll, seinen Euro in das Edelmetall zu pumpen – denn oftmals wird Gold einfach mit einer falschen Erwartung gekauft.

3 Fakten, die vor dem Goldkauf berücksichtigt werden sollten

Fakt ist: Gold bringt keinen regelmäßigen Ertrag. Es fehlt die Produktivität. Da Gold ein Edelmetall ist, handelt es sich also um einen Rohstoff. Das heißt, hier wird kein Gewinn erarbeitet, der in weiterer Folge darüber entscheidet, wie gut oder schlecht das Unternehmen am Jahresende abschneidet. Bei Gold gibt es nur den Kursgewinn oder den Kursverlust. Gewinne werden also nur erzielt, wenn der Goldpreis beim Verkauf höher als beim Einkauf ist.

Fakt ist: Gold wurde in den letzten Jahren mehrfach von Aktienfonds geschlagen. Gold mag zwar zum ältesten Zahlungsmittel auf unserem Planeten gehören und die höchste Akzeptanz haben, jedoch darf man nicht glauben, dass Gold eine bessere Veranlagung als Aktien darstellt. Denn blickt man auf die letzten Jahre zurück, so konnte man mit globalen Aktienfonds wesentlich höhere Gewinne als mit Gold erzielen.

Fakt ist: Gold ist nicht günstig. Die Nachfrage, vor allem zum aktuellen Zeitpunkt (März 2020), ist enorm. Dabei geht es aber nicht nur um die Privatanleger, die mitunter ihr Geld sicher anlegen wollen, sondern auch um Staaten, die verstärkt Gold kaufen – so beispielsweise China. Zu beachten ist, dass man beim Goldankauf nicht nur den Goldwert zu bezahlen hat, sondern auch etwaige Gebühren wie Aufschläge, die von Seiten der Banken festgelegt werden. Die Kosten, die also entstehen, wenn man eine Goldmünze kauft, sind nicht zu unterschätzen. Das heißt, im Vorfeld ist es ratsam in Erfahrung zu bringen, wie hoch die Kosten sind, die vom Händler – also etwa der Bank – verlangt werden.

Der Vergleich: Aktien oder Gold?

In Krisenzeiten besteht durchaus die Möglichkeit, dass es zu kurzfristigen Preissteigerungen kommen kann. Das heißt nun aber nicht, dass mit dem Edelmetall dauerhaft höhere Gewinne als mit Aktien verbucht werden. Schlussendlich darf man nicht vergessen, dass Gold weder Dividenden noch Zinsen liefert. Die Rendite bemisst sich also tatsächlich nur an der Preisentwicklung.

Nachstehende Übersicht gibt einen Einblick darüber, wie sich ein Investment in Aktien gegenüber einem Investment in Gold entwickelt hat. Fakt ist: Aktien mögen zwar nicht ganz ungefährlich sein und sind sehr wohl mit Vorsicht zu genießen, doch die letzten Jahre haben eindrucksvoll gezeigt, dass hier wesentlich höhere Renditen als mit Gold möglich gewesen wären.

Wer etwa in den MSCI World investiert hat, der durfte sich während der Jahre 1980 bis 1990 über eine Rendite von 18,8 Prozent freuen. Die Schwankung betrug 15,4 Prozent. Bei Gold lag die Rendite bei -1,2 Prozent – die Schwankung betrug 21,8 Prozent. Ähnlich war es im Zeitraum 1990 bis 2000. Da lag die Rendite beim MSCI World bei 12,6 Prozent. Die Schwankung betrug 16 Prozent. Gold hatte eine Rendite von -2,6 Prozent – und das bei einer Schwankung von 12,3 Prozent.

Eine erstmals höhere Rendite gab es im Zeitraum 2000 bis 2018. Da betrug die Rendite des MSCI World 2,7 Prozent – die Schwankung lag bei 14,9 Prozent. Gold hingegen konnte eine Rendite von 7,4 Prozent verzeichnen. Die Schwankung betrug 12,5 Prozent.

Wird der Gesamtzeitraum von 1975 bis 2018 herangezogen, so lag die Rendite des MSCI World bei 8,6 Prozent. Die Schwankung betrug 15,1 Prozent. Bei Gold betrug die Rendite 3,8 Prozent – die Schwankung lag bei 15,8 Prozent.

Hat man im Jahr 2000 sein Geld in Gold investiert und 18 Jahre später verkauft, so konnte zum reinen Aktieninvestment eine höhere jährliche Rendite bei einer deutlich geringeren Schwankung erzielt werden. Hat man jedoch schon Anfang der 1980er Jahre oder mit dem Beginne der 1990er Jahre investiert und zehn Jahre später verkauft, so hätte man mit den Aktien ein doch attraktiveres Geschäft gemacht.

Gold oder Aktien

Gibt es einen Inflationsschutz?

Gold hat auch eine sogenannte Wechselwirkung, die Korrelation, mit der Inflation. Das heißt, es stimmt sehr wohl, dass es hier einen gewissen Inflationsschutz gibt. Doch wie stark der Goldpreis letztlich mit der Inflation korreliert, kann nicht beantwortet werden. Zwischen 2004 und 2009 sind die Konsumentenpreise in den USA um 14 Prozent gestiegen. Bis Ende 2010 folgte dann der tiefste Stand seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Goldpreis stieg jedoch um das Vierfache an.

Zu beachten ist, dass Gold zwar gerne als Inflationsschutz verkauft wird, aber lange nicht die einzige Anlageform ist, die tatsächlich gegen eine Inflation schützt. Auch inflationsgeschützte Anleihen wie Sachwerte, beispielsweise Immobilien, stellen empfehlenswerte Alternativen dar.